Socken aus Hundehaar

Da ich in letzter Zeit immer häufiger Anfragen zu Socken aus Hundehaaren bekomme, möchte ich gern einige Worte dazu schreiben!

  • 1. Nicht alle Haare von Hunden eignen sich zum Verspinnen! Die ausgekämmten Haare sollten eine Länge von mindestens 5 cm haben. Die fertige Wolle ist nicht sehr robust und ist daher nicht sehr strapazierfähig! Ein paar Socken haben also keine lange Tragedauer im täglichen Gebrauch und eignen sich daher eher für das Tragen auf der Couch als Fußwärmer, oder als Bettsocken!
  • 2. Die nötige Menge an Haaren für ein paar Socken liegt bei ca. 300g – 400g. (je nach Schuhgröße)
  • 3. Wenn man sich so ein Projekt vor nimmt, braucht man viel, viel Zeit !!!! Das gilt nicht nur für Hundehaare, sondern für alle Tierhaare die versponnen werden können!!!
    • Zuerst sollte man wissen wie dick die fertige Wolle sein soll! das heist: ein Faden besteht aus mehreren dünnen Fäden (wenn Ihr einen Wollfaden mal auseinander dreht, seht Ihr aus wie vielen einzelnen Fäden dieser besteht)
    • Danach müsst Ihr wissen wieviel Gramm Ihr für ein Paar Socken braucht. Hier sollte man etwas großzügig in der Berechnung sein, da man nicht weis wie gut sich die Haare verspinnen lassen. Es ist also ein Sammelprojekt über einen längeren Zeitraum, wenn man sein Tier nicht nackig kämmen will! 😉
    • Dann müssen die Haare versponnen, verzwirnt, gehaspelt und zum Schluß „gebaden“ werden.
    • Und erst nach dem Trocknen kann man dann die Wolle aufwickeln und stricken.

Es sind also 6 Arbeitsschritte notwendig um zu einem fertigen „Produkt“ zu kommen.

Hier könnt Ihr die Entstehung vom ausgekämmten Haar bis zur Socke verfolgen:

Unser Vierbeiner der die Haare zur Verfügung gestellt hat, ist ein altdeuscher Schäferhund.

So sieht das ausgekämmte Haar (die sogenannte Rohwolle) aus.
Ob man es vor dem Spinnen wäscht und kämmt kommt auf die Haarbeschaffenheit und auf die Verschmutzung an.
Unser Hund ist ein Familienhund und ist immer dort wo wir auch sind. Schmutz bleibt natürlich nicht aus, aber das ausgekämmte Unterfell war nicht so verschmutzt, so dass ich es nicht gewaschen und auch nicht gekämmt habe.
Ich habe also direkt aus der „Flocke“ gesponnen und es hat sehr gut funktioniert. Generell würde ich bei Hundehaaren auf das Waschen vorher verzichten, da sich das Trocknen der Haare sehr zeitaufwendig gestaltet.

Ich habe insgesammt 3 Spulen voll gesponnen. Auf jeder Spule waren ca 80g.

Das gesponnene Garn hat einen WPI von ca.32

Ich habe das Garn der 3 Spulen miteinander am Spinnrad zu einem sogenannten „3fädigem Garn“ verzwirnt.
Dies ergab dann einen WPI von ca 19.
Das Garn hatte in der Endfertigung eine Lauflänge von 400m je 100g.
Nach dem Verzwirnen habe ich das Garn gehaspelt, ausgemessen und dann den fertigen Strang ins Entspannungsbad geschickt. Spätestens dann ist das Garn sauber.

Die fertige Socke

Ich habe die Socke von der Spitze an gestrickt, da ich keine Nähte an den Zehen mag.
Sehr gern wende ich hierfür die „Bummerang – Methode“ an.
Die Ferse ist nach der gleichen Methodik, mit einer 2 fachen Bummerrangferse gearbeitet.
Die fertige Socke fühlt sich durch die weichen Unterhaare unseres Hundes wie Angorawolle an und wärmt sofort. 😊

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